Neues Deutschland, 07.07.06

Räuberpistolen und Seifenblasen
Labyrinth Kindermuseum in Wedding arbeitet mit dem Projekt »Gesund groß werden« bis 2007
von Richard Rabensaat

Mit verschiedenen Koffern reist das Labyrinth Kindermuseum aus Wedding derzeit nach Pankow und Weißensee. Darin sind Märchengeschichten, aber auch Rollen, Dosen, Springseile und anderes Gerät. In Kitas und Kinderfreizeiteinrichtungen kommen die Utensilien zum Einsatz. Dann erzählt beispielsweise die Pädagogin Doreen Cichy von der Kita Streustraße den Kindern das Märchen von den Bremer Stadtmusikanten.

Wenn sie an der Stelle angelangt ist, wo Esel, Hahn, Hund und Katze die Räuberhöhle stürmen, bittet sie die Kinder, das Räubermahl, das die Musikanten dann lautstark unterbrechen, zu beschreiben. Früchte, Obst, Brot oder auch Milchschnitten und Chips fallen den Kindern aus der Kita ein. Cichy hat dann Gelegenheit zu erklären, welche von den Nahrungsmitteln für die Kids gut und welche nicht so förderlich sind, wenn es darum geht, sich gut zu ernähren. »Gesund groß werden« ist der Titel des aktuellen Modellprojektes vom Labyrinth Kindermuseum, das die Aktion Mensch finanziert. »Das Projekt hat einen ganzheitlichen Ansatz«, erklärt Carola Goen vom Bezirksamt Pankow.

Es gehe darum, in Zusammenarbeit mit Kinderärzten, Pädagogen und medizinischem Dienst die Mitarbeiter in Schulen und Kitas darüber zu informieren, wie sie dafür sorgen können, dass die Kinder gesund aufwachsen. Das geschieht auf zweierlei Weise. Einerseits informiert das Projekt die Pädagogen in gesonderten Veranstaltungen über gesunde Ernährung und die Möglichkeiten, Bewegung und Sinne der Kinder im Alltag zu schulen. Andererseits initiieren die Kita Mitarbeiter vor Ort Szenarios, in denen Kinder selbst spielerisch auf die Besonderheiten von Nahrungsmitteln und Bewegungsabläufen aufmerksam gemacht werden. So klettern die Kids auf einer »Bewegungsbaustelle« über Kasten und Wippen und können auch selbst Parcours bauen. In Riechdosen erschnüffeln sie Unterschiede zwischen Zwiebel und Knoblauch und im Geräuschmemory unterscheiden sie das Rasseln von Reis in einer Dose vom Klackern der Weizenkörner.

Das Modellprojekt, das Vorbild für weitere Projekte in ganz Deutschland sein soll, dauert insgesamt drei Jahre. Im Oktober 2006 wird es auf einer Fachtag in Berlin diskutiert.


2007 endet das Projekt. Bis dahin informiert das Labyrinth immer wieder in jeweils vier Monate dauernden Themenblöcken Eltern, Kinder und Pädagogen über Lärmreduzierung,
Stressbewältigung, Ernährung, Bewegung und den Umgang mit Gefühlen. Auch das Rauchen ist bereits in der Kita Thema. Mit bunten Luftballons und Seifenblasen erfahren die Kinder, wie viel Kraft in ihren Lungen steckt und durch das Rauchen geschädigt werden kann.


Labyrinth Kindermuseum, Fabrik Osloer Straße 12, Wedding, Info-Tel.: 49 30 89 01, Mo.-Fr. 9-13, Mi. 14-16 Uhr, Fax: 49 4 80 97
www.labyrinth-kindermuseum.de

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