Mit Jungs will ich nicht spielen – die können das viel besser

Polina Polovnikova absolviert zur Zeit ein Praktikum bei uns und ist bei ihrer Arbeit in der Halle gleich mal auf ein uraltes Thema gestoßen: den Unterschied von Jungs und Mädchen …

Neulich spielte ich mit zwei Mädchen ein Spiel, bei dem man werfen und fangen musste. Als dann ein Junge mitspielen wollte, wollten ihn die Mädchen nicht mitspielen lassen. Warum? Weil Jungs „viiiel besser werfen können“. Dabei waren die Kinder zwischen sechs und sieben Jahren – die körperlichen Unterschiede, die in der Pubertät Realität werden, waren hier noch nicht vorhanden. Zudem war der Junge sogar einen halben Kopf kleiner. Als ich sie dann endlich überzeugen konnte, doch alle zusammen zu spielen, ging es absolut problemlos. Weitere Jungs sind dazu gekommen und eines kann ich sagen:  Alle Kinder konnten super werfen – die meisten sogar besser als ich. Woher kam also die anfängliche Unlust der beiden Mädchen?

„Jungs sind besser in Mathe.“
„Jungs sind sportlicher und können besser werfen.“
„Jungs sind viel stärker als Mädchen.“

Zwar sagen die Erwachsenen nie direkt „Jungs können das besser.“, doch irgendwie scheint diese Botschaft die Kinder trotzdem unterschwellig zu erreichen.
Es funktioniert aber auch andersrum – „Jungs weinen nicht.“ oder „Mädchen können besser kochen und sind kreativer.“ ... Die Liste könnte man ewig weiterführen.
Seit der Geburt werden Kindern stereotype Verhaltensweisen eingeredet, die diese in sich aufnehmen.

Das Labyrinth Kindermuseum Berlin ist aber ein Ort, an dem Vorurteile zerstört werden! Ein kleines Mädchen hat zum Beispiel vor ein paar Tagen ganz allein den Baukran bedient – eine Aufgabe, die davor zwei Jungs nur gemeinsam bewältigen konnten. Oder ein kleiner Junge, der in unserem Architektenbüro wunderschöne Häuser gemalt hat. Das wirklich tolle ist, dass Kinder sich ihr Spielzeug wirklich selber aussuchen können. Jungs spielen mit Puppen, Mädchen spielen mit den Autos, alle Kinder verkleiden sich als Tiere und können einfach nur kleine Kinder sein, ohne Einteilung in unterschiedliche Geschlechter.

Illustration: Polina!

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