Blütenträume und grüner Großstadtdschungel

Unsere Mitarbeiterinnen Yacine und Viviane haben bei der Vorbereitung unseres grünen Ferienprogramms geholfen. Sie sind mit der „Urban-Gardening-Brille“ querfeldein durch Berlin gelaufen und haben dabei ganz grüne Augen bekommen. Lest ihren Bericht für den LABlog …


Eine grüne Wohlfühloase inmitten der Stadt. Wuchernde Moosgewächse, Kräuter, Obst, Gemüse und kunterbunte Blumen zwischen Straßen und  riesigen Häuserfassaden Berlins. Bei diesen Gedanken waren wir „Dorfkinder“, Yacine und Viviane, gleich begeistert und voller Vorfreude, beim Sommerprogramm des Labyrinth Kindermuseums mitwirken zu können. Denn in diesen Sommerferien (14.7 bis 24.8) verwandelt sich der Hinterhof des Museums in eine grüne Gartenoase. Unter dem Motto „Urban Gardening“ werden Kinder die Möglichkeit haben, ihren grünen Daumen auszuprobieren und in die fantasievolle Welt des Gärtnerns einzutauchen. Gärtnern ist nämlich keineswegs öde und langweilig, wie wir beide bei den Vorbereitungen schon erleben durften. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, mit einfachen Mitteln ein grünes Paradies zu schaffen oder kleine Schätze zu basteln. Ob aus Europaletten, Klopapierrollen, alten Weinkisten oder abgetragenen Schuhen. Die Fantasie hat in Berlin keine Grenzen, wenn es darum geht, alternative Formen für das Anpflanzen zu entwickeln.

Im Rahmen der Vorbereitungen für das Sommerprogramm sind wir auf Entdeckungstour durch Berlins „Urban Gardening-Welt“ gegangen. Und eines können wir jetzt schon verraten: Wir waren sehr beeindruckt! Uns war vorher nicht bewusst, in wie vielen kleinen Ecken Beete und bunte Blumen versteckt sind. Yacines Lieblingsort sind die Prinzessinnengärten in Berlin-Mitte. Besonders begeistert sie die Vielfalt an Obst- und Gemüsesorten, die in einer Küche zu leckeren Gerichten verarbeitet werden können. Es ist toll zu sehen, dass die Leute aus einfachen Paletten und verschiedenen anderen Dingen aus dem Alltag Pflanzmöglichkeiten entwickeln, die den Anbau auch inmitten der Stadt ermöglichen. Beim Anbau der verschiedensten Pflanzen können selbstverständlich auch Kinder helfen. Es ist faszinierend, wie engagiert die Leute sind und sogar kleine Veranstaltungen speziell für die kleinen Gärtner/innen ins Leben rufen, um einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur zu fördern. Das fiel auch Viviane im Himmelbeet im Wedding auf. Die Leute dort gärtnern gemeinschaftlich und sitzen im Anschluss gemütlich zusammen am Tisch, umgeben von einem grünen Großstadtdschungel. Dadurch wurde uns bewusst, dass „Urban Gardening“ nicht nur die Artenvielfalt in der Stadt und den Anbau von regionalen Lebensmitteln fördert, sondern auch die Gemeinschaft im Kiez. Es ist toll, wenn einem beim gemütlichen Plausch das Summen der Bienen in den Ohren klingt und der Duft von Lavendel in der Nase liegt.

Urban Gardening in Berlin ist meist mit wenig Aufwand und einfachen Mitteln möglich. Diese Tatsache finden wir wunderbar! Es ist schön zu sehen, dass man die Freiheit hat, die Stadt in der man lebt, nach Herzenslust zu verschönern und damit jedem ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann, der an einer bunt bepflanzten Baumscheibe vorbeischlendert. So hat es z.B. auch eine Grundschullehrerin im Wedding in der Türkenstraße gemacht. In Kooperation mit den Grundschulkindern sind hier mit einfachen Handgriffen rund um die Bäume am Gehweg kleine Blütenträume entstanden, die wohl neben den Fußgängern auch die Bienchen erfreuen. Wir finden es klasse, dass besonders Kinder durch solche Projekte und Aktionen an das Gärtnern, und somit an einen bewussten Umgang mit der Natur und der eigenen Umwelt herangeführt werden. Im Kinderbauernhof im Görlitzer Park lernen Kinder neben dem Anbau von Lebensmitteln auch einen verantwortungsvollen Umgang mit verschiedenen Tieren. Hier wurde eine kleine bäuerliche Oase geschaffen, die Groß und Klein ins Grüne entführt.

Damit die Menschen in der Stadt auf diese zahlreichen Möglichkeiten des Urban Gardenings aufmerksam werden und Inspiration finden, sollten sie jedoch noch deutlicher kommuniziert und verbreitet werden. Denn leider passierte es auch, dass wir trotz Recherche vor verschlossener Tür standen oder ohne genaue Hinweise auf einen Zugang zum Garten den Rückweg antreten mussten. Das finden wir besonders schade, weil wir denken, dass die vorhandenen Möglichkeiten für jeden offen stehen sollten. Denn wie schon gesagt, kommt es beim „Urban Gardening“ nicht nur auf den Ertrag von Obst und Gemüse an, sondern auch auf eine positive gemeinschaftliche Stimmung, die dazu ansteckt gemeinsam etwas wachsen zu lassen.

Insgesamt aber haben wir diese grüne positive Energie des Urban Gardenings in Berlin an vielen verschiedenen Orten gespürt und freuen uns, dass sie nun auch ins Kindermuseum einzieht. In verschiedenen Workshops werden die Kinder die Möglichkeit haben, sich selbst beim Pflanzen und Basteln mit verschiedenen Naturmaterialien auszuprobieren. Auf diesem Weg soll in den sechs Wochen der Sommerferien eine grüne Oase entstehen, die Eltern und Kinder dazu anregen soll, auf ihre Umwelt zu achten, sie zu nutzen und zu verschönern. Wir freuen uns darauf :)

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