Amelie Göppel, Illustrationen

Foto: Max Winter

Die Illustratorin Amelie Göppel hat zahlreiche der herrlich unkonventionellen und frechen Figuren der Ausstellung „Platz da! Kinder machen Stadt“ gestaltet.

Sie sind Stadtwesen und Stadtkinder in einem, immer unterwegs – denn sie wollen es wissen: Wo ist meine Stadt, wie sieht sie aus, warum ist sie nicht bunter, wie kann ich sie verändern? Überall sind sie zu finden, treiben sich an der U-Bahn-Station herum, gießen Pflanzen im Hinterhof, hocken auf Rohren, sind plötzlich Häuser, Pflanzen oder Wolken. Und wenn sie sich mal so richtig gesund ernähren wollen, essen sie: ein Eis, mindestens!

Amelie über ihre Arbeit

„Für das Labyrinth Kindermuseum Berlin und die Ausstellung „Platz da! Kinder machen Stadt“ habe ich jedes Objekt der verschiedenen Themenbereichen wie z.B. Urban Gardening, Stadtleben oder Brachfläche lebendig werden lassen, indem ich ihm Augen, Arme und Beine hinzugefügt habe. Somit wird zum Beispiel einem Straßenschild, einem Haus, einer Karotte oder einer Schubkarre ein Charakter gegeben, hervorgehoben und  aktiv und lebendig in seiner Umgebung – passend zur Idee der Ausstellung. Hier geht es ja auch darum, dass die Stadt nicht stillsteht, sondern durch die Kinder bewegt, verändert, verbessert und verschönert werden soll.

Ich finde es super, dass sich die Ausstellungsidee des Selbermachens auch an den Wänden durchzieht und somit meine Illustrationen  zum Ausmalen für die Kinder gedacht sind. Somit gestalten die Kinder ihre Umgebung im Kindermuseum wiederrum selbst.

Die Art, wie ich die Dinge lebendig darstelle, mit Armen und Beinen, erinnert vielleicht auch an die Art und Weise, wie Kinder Dinge in ihrer Umgebung wahrnehmen. Sie haben noch die Fähigkeit, in allem etwas anderes zu sehen, und sie lassen Dinge durch ihre Fantasie lebendig werden.

Bei meinen privaten Illustrationen, den „Hobosapiens (der Mensch unterwegs)“, versuche ich mit möglichst wenig Strichen Wesen zu zeichnen, die viel Ausdruckskraft und Emotionen haben. Oft zeichne ich einfach darauf los, ohne darüber nachzudenken, wie es am Ende aussehen soll. Ich fange meistens mit den Augen an und je nachdem, welchen Ausdruck sie haben, zeichne ich den Rest. Meistens erinnern die Hobosapiens an skurrile Mischwesen, Geister, Außenseiter, Schattenwesen oder Freaks. Als Inspiration dienen mir Menschen, die ich auf der Straße, in der U-Bahn, in meiner Erinnerung  sehe, oder ich versuche mir vorzustellen, wie eine bestimmte Emotion in Form einer Zeichnung aussehen könnte. Obwohl sie eher düster, geheimnisvoll, verrückt und kriminell wirken, ist es mir wichtig, dass alle Figuren gleichzeitig auch etwas Lustiges an sich haben.“

Über Amelie

Geboren im 1987 in Günzburg, 2004 bis 2007 Kolping Berufskolleg für Grafik Design (Abschluss: staatlich geprüfte Grafik-Designerin/ Fachhochschulreife), 2009 bis 2012: Hochschule für Gestaltung Pforzheim (Abschluss: Bachelor of Arts Visuelle Kommunikation), seit April 2014 Gastsemester an der HGB Leipzig im Fachbereich Illustration. www.amelie.berta.me/hobosapiens/

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